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IT-Sicherheit: Mehr Verantwortung Von Herstellern Und Nutzern Gefordert

IT-Sicherheit: Mehr Verantwortung von Herstellern und Nutzern gefordert

Ein groß angelegter Hackerangriff auf die Telekom legte Ende letzten Jahres etwa 900.000 Router lahm. Die Lastenverteilung bei digitaler Sicherheit sei unfair verteilt, und zwar zulasten des Nutzers, konstatierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière daraufhin. Und es stimmt: Sicherheitslecks bei IT-Geräten haben ein enormes Gefahrenpotenzial.

Mehr Fairness ist vor allem vonseiten der Anbieter gefordert. So steht beispielsweise aktuell Shenzhen Neo Electronics, ein chinesische Hersteller von IP-Kameras, in der Kritik – der Grund: Die IP-Cams der Marke „NeoCoolCam“ weisen erhebliche Sicherheitslücken auf, wie Sicherheitsforscher aufgedeckt haben. Hacker können diese leicht kapern und die Besitzer dadurch ausspionieren. Die bestmögliche Sicherheit digitaler Produkte zu gewährleisten ist daher mit Blick auf B2C-orientierte Hersteller eine Gebot des Verbraucherschutzes.

Durch IT-Sicherheitslücken kann aber auch nichts weniger als das ganze europäische Stromnetz gefährdet werden: Wesentliche Komponenten der Photovoltaikanlagen des deutschen Herstellers SMA bargen 17 vermeidbare Schwachstellen, die für einen Angriff bis hin zur Lahmlegung der europäischen Stromversorgung hätten genutzt werden können. „Horus-Szenario“ taufte der Entdecker, der niederländische Sicherheitsforscher Willem Westerhof, diese Gefährdung. Auch im B2B-Bereich ist es demnach unerlässlich, dass solide Sicherheitsstandards geschaffen und eingehalten werden.

Allerdings: Eine ausgewogene, eine „faire Verantwortungsverteilung“, wie de Maiziére sie eingefordert hat, ist gefragt. Denn gehen die Nutzer von IT-Geräten nicht verantwortungs- und sicherheitsbewusst mit diesen um, können auch hohe Produktstandards und gewissenhafte Vorkehrungen seitens der Hersteller nicht wirksam gegen Cybergefahren schützen.

digitisation/Schäfers