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Digitisation Jahresrückblick – Das Waren Die Digitalen Trends Und Themen 2016

digitisation Jahresrückblick – Das waren die digitalen Trends und Themen 2016

Auch im Jahr 2016 lag das Thema Digitalisierung weit oben auf der Agenda in Wirtschaft und Gesellschaft. Was war wichtig? Welche neuen Trends und Entwicklungen gab es? Wie steht es nun ein Jahr später um die Digitalisierung in Deutschland?

Der Stand der Digitalisierung deutscher Unternehmen war auch in diesem Jahr wieder mehrfach Thema von Studien, Umfragen und Analysen. Nicht selten wurde vor dem Zögern deutscher Unternehmen gewarnt, mit der Gefahr, dass diese den Anschluss verlieren und damit Wettbewerbsfähigkeit einbüßen können.

Die jüngste Studie des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) schlussfolgerte, dass es vielen Unternehmen noch an der notwendige „Reife“ zur Digitalisierung fehle. Im März warnte das Stuttgarter Beratungsunternehmen EY vor einer Zwei-Klassengesellschaft bei der Digitalisierung des deutschen Mittelstandes.

Aber auch große Konzerne bekamen ihr Fett weg: Im November warnte der Ökonom Thomas Straubhaar vor fehlender Digitalkompetenz in den Aufsichtsräten und Vorständen, da deren Mitglieder meist wenig mit den Entwicklungen und Chancen des digitalen Wandels vertraut seien.

Nach einer Studie von Microsoft sehen besonders die Arbeitnehmer häufig Nachholbedarf bei ihren Führungskräften im Umgang mit der Digitalisierung. Im internationalen Vergleich wurde besonders den deutschen Chefs von ihren Mitarbeitern ein Manko attestiert.

Es gab aber 2016 nicht nur schlechte Nachrichten, sondern auch kleine Lichtblicke und Erfolgsmeldungen:

Der Standortindex DIGITAL etwa bescheinigte der deutschen Wirtschaft, dass ihr Digitalisierungsgrad auch in diesem Jahr zunahm –  bereits 43 Prozent der deutschen Unternehmen erwirtschaften mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes digital. Auch der Report DIGITAL 2016 des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) stimmte insgesamt in dieses Lob mit ein. Besonders die IKT-Branche hat eine Vorreiterfunktion bei der Digitalisierung inne.

Leichte Entwarnung konnte für den deutschen Arbeitsmarkt gegeben werden, wo die Angst vor den negativen Folgen der Digitalisierung mit am größten ist. Zwar wird von Wirtschaftsforschern tatsächlich immer wieder ein millionenfacher Wegfall von Arbeitsplätzen prognostiziert. Die Möglichkeit negativer Beschäftigungseffekte sei aber laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nicht mehr als eine Vermutung. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam zu einem differenzierteren Ergebnis: Zwar werden viele Arbeitsplätze wegfallen, es werden aber auch viele neue Arbeitsplätze entstehen und Berufe sich wandeln. Und eins sollten wir auch sehen: die Anzahl der arbeitenden Bevölkerung sinkt in den nächsten Jahren aufgrund der Geburtenrückgänge zwangsläufig, sodass etwas weniger an Arbeit vielleicht sogar hilfreich wäre.

Fortschritte zeigten sich besonders auch anhand einzelner herausragender Beispiele für den konkreten Umgang mit der Digitalisierung. Etwa, wenn das Smartphone bei der Kooperation von O2 mit der Fidor-Bank zur „Bankfiliale“ wird, wenn Roboter im traditionellen Handwerk eine Rolle spielen oder eine Dachdeckerfirma ihren Kunden Online-Dienste anbietet.

In diesem Jahr wurden neue Trends ausgemacht und digitale Entwicklungen weitergeführt:

Es gibt neue Bezahlmodelle im Netz, so etwa das des Bitcoin-Konkurrenten Ether; es wird vermehrt in Virtual und Mixed Reality investiert, womit damit die Arbeitswelt verändert werden soll; Cloud-ERP nehmen für die Finanzbuchhaltung an Bedeutung zu und E-Commerce wird so langsam aber sicher auch für den Einzelhandel – beispieslweise im Weihnachtsgeschäft – immer wichtiger. Es gab in Köln für zwei Monate ein „Digitales Viertel“, wo auf Initiative des German ICT & Media Institute e.V. die Händler digital vermarkteten, was sie dann lokal verkauft haben. Auch die Gründung von Innovation Labs ist ein bedeutsamer Trend dieses Jahres gewesen.

„Es gibt immer was zu tun“, lautet der Slogan einer bekannten Baumarktkette. Dies galt 2016 einmal mehr für die Gestaltung des digitalen Wandels. Und auch im kommenden Jahr wird für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sicherlich erneut mehr als genug auf der To-Do-Liste stehen.

digitisation / Schäfers