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Digitalisierung Des Karnevals: Wat Nit Vill Es, Dat Kann Noch Wäde

Digitalisierung des Karnevals: Wat nit vill es, dat kann noch wäde

Die Session 2019 ist bereits in vollem Gange. Doch wie digital ist der Karneval anno 2019 eigentlich? „Mer Kölsche danze us der Reih“ lautet das diesjährige Motto des Kölner Karnevals. Gilt der „Kölner an sich“ doch als selbstbewusst und unangepasst.

In besonders innovativer Weise zeigten die kölschen Jecken diese ihre Art in dem Film „Alaaf You – eine Stadt dreht durch“ bereits vor einigen Jahren. Dieser gilt als weltweit erster auf einer mobilen App basierender User generated Content-Movie: Die Initiatoren, Produzent Eric Benz und Regisseur Baris Aladag, ließen eine App entwickeln, mit der alle Karnevalisten ihre ganz persönlichen Karnevalserlebnisse filmen konnte. Über 500 Stunden Material kam so auf der Videoplattform des Smartphone-Filmprojekts zusammen.

Daraus entstand nach zweijähriger Arbeit einer der erfolgreichsten deutschen Dokumentarfilme, der am 21. Januar 2016 Premiere feierte. „Nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick“, sagte sich wohl so mancher kölsche Jeck, der dank digitaler Technik im Kinosaal in Erinnerungen an frühere Sessionen schwelgen konnte.

Das Festkomitee des Kölner Karnevals blieb auch nicht untätig und präsentiert die zweite Session in Folge ein modernes Bühnenbild mit LED-Verkleidung samt neuem Illuminationskonzept für das Sitzungsprogramm im Gürzenich. Diesmal wird auch eine zweite große LED-Wand im Foyer der guten Stube Kölns aufgebaut. Die Leinwände werden für Einspieler genutzt, die das Sessionsmotto oder Infos der verschiedenen Karnevalsgesellschaften zeigen.

Unter dem Motto „Social jeck – kunterbunt vernetzt“ stand in der Session 2015 der Rosenmontagszug im Zeichen von Social Media: Auf LED-Wänden an einem der Festwagen der Großen Kölner konnten die Mitfeiernden Twitter-Nachrichten und Facebook-Postings der Mitfeiernden präsentieren. Das Ganze wurde direkt, live aus dem Bauch des Wagens durch ein eigenes Social Media Team betreut um die gute Laune des Zuges in die Welt zu tragen. Zusätzlich sindWebcams verbaut, in einem Jahr sogar fünf TV-Kameras, um jeden Zuschauer live „mitfahren“ zu lassen.

Und es gibt noch weitere „Digitalitäten“ für die fünfte Jahreszeit: So können am diesjährigen Rosenmontag dank der Deutschen Telekom Street Gigs mit Brings und Querbeat im 360-Grad-Livestream per App verfolgt werden. Ein echtes Live-Erlebnis – und wer eine Virtual-Reality-Brille nutzt, kann den Effekt sogar noch intensivieren.

Ebenfalls eine nutzwertige neue App ist „AppSolut Jeck“: Mit ihr hat man alle Termine des Kölner Karnevals auf dem Handy inklusive Navigation, kann ein Taxi rufen, Hotels buchen und erfahren, wann d‘r Zoch nachhause kütt.

Trotz dieser Beispiele für die bisherigen Digitalisierungsversuche des Karnevals ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Bei allem virtuellen „Us der Reih danze“ bleibt jedoch eines klar: Das „reale“ gemeinschaftliche Feiern vor Ort macht immer noch den Kern des jecken Vergnügens aus. Wenn Apps und Co. dies nicht ersetzen, sondern begleiten und unterstützen: umso besser.

In diesem Sinne: allen Jecken eine fröhliche und sichere Karnevalszeit!

digitisation/Schäfers